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Ein kleines Jubiläum

Die Johanneskirche als Denkmal

Seit 10 Jahren ist die evangelische Johanneskirche am Nußberg ein Denkmal. Am 03. November 2016 wurde die Kirche inkl. Gemeindesaal offiziell in die Denkmalliste der Stadt Iserlohn aufgenommen. Sie wird dort unter der Nummer 246 geführt. 

Die Eintragung in die Denkmalliste erfolgte nach fachlicher Überprüfung durch die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Münster (LWL). In der Begründung zur Unterschutzstellung des Gebäudes gemäß § 3 DSchG werden religionsgeschichtliche, architekturgeschichtliche und städtebauliche Argumente genannt.

„Die Johanneskirche und ihre Gemeinderäume sind bedeutend für die Geschichte der Menschen in Iserlohn.“ – Mit diesen Worten eröffnet das Gutachten seine Begründung und skizziert im Weiteren die Nachkriegsgeschichte des Stadtteils. Die Anfänge der Wohnbebauung am Nußberg entstanden zwischen den Jahren 1955 und 1960, vorzugsweise für „Flüchtlinge und Ostvertriebene“(Zitat). Die Anlage der Kirche inkl. der Gemeinderäume wurde im Jahr 1959-60 nach Plänen des Iserlohner Architekten Ernst Dossmann errichtet. 

Für die Erhaltung und Nutzung der Johanneskirche und ihrer Gemeinderäume sprechen zum einen „wissenschaftliche, hier religionsgeschichtliche Gründe, da sie als Gemeindezentrum in anschaulicher Weise die Bedeutung der Gemeinde und das Selbstverständnis ihrer Mitglieder als verantwortungsbewusste moderne Christen dokumentieren.“ (Zitat, Hervorhebung im Original). Das Gutachten macht in der religionsgeschichtlichen Begründung deutlich, wie sich seit dem 19. Jahrhundert eine Entwicklung in Gemeindezentren vollzog. Waren diese früher eher als Nebengebäude an die Kirchen angeschlossen, so wurden in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts von den Gemeinden Kirche und Gemeinderäume unter einem Dach bevorzugt, wie es hier am Nußberg geschah. „Exemplarisch für diese Anlagen ist der Kirchenraum – als geistiger Mittelpunkt – mit seinem sakralen Charakter erhalten und zugleich eine integrierende Gesamtform gefunden, in der alle Räumlichkeiten für ein aktives Gemeindeleben unter einem Dach vereint sind.“ (Zitat)

Das Gutachten widmet sich in ausführlicher Weise auch der besonderen Architektur der Johanneskirche und beschreibt diese sehr detailgerecht. Und kommt zum Schluss: „Für die Erhaltung und Nutzung der Johanneskirche sprechen wissenschaftliche, hier architekturgeschichtliche Gründe“ (Zitat, Hervorhebung im Original). Die Johanneskirche ist eines von ganz wenigen Beispielen von Kirchenbauten der Nachkriegszeit, die auf der Grundform des lateinischen Kreuzes errichtet ist.

Zudem entwickelte Ernst Dossmann für die Johanneskirche ein besonderes Raumkonzept, das für die damalige Zeit ein wichtiges Thema im Kirchbau ist: die diaphane (durchscheinende) Wand. Mit Hilfe der Rastersteine aus Glasbeton realisierte er einen großzügig mit Licht durchfluteten Innenraum. Und erzeugt damit eine besondere Lichtstimmung, die bis heute erlebbar ist.

Und last but not least würdigt die LWL-Denkmalpflege die „städtebaulichen Gründe“ für die Erhaltung und Nutzung der Johanneskirche. In den sechziger Jahren wurde die Kirche „in unmittelbaren Zusammenhang mit der Siedlungstätigkeit am Nußberg errichtet“. Sie sollte nach dem Willen des Architekten und des Presbyteriums mit ihrem Standort am Berliner Platz den Mittelpunkt des Stadtteils bilden. „Auf diese Weise erlangte die Kirche eine hohe städtebauliche Wirkung bis weit in das Ortlohn- und Baartal, die sie bis heute entfalten kann.“ (Zitat). Davon kann man sich noch heute überzeugen. Vom Tal aus und vom Hemberg aus ist der Kirchturm der Johanneskirche schon von weitem sichtbar. Übrigens… sogar vom Danzturm aus.

Nachdem die Johanneskirche inkl. Gemeinderäume am 03.11.2016 in die Denkmalliste der Stadt Iserlohn aufgenommen wurde, überreichte gut ein Jahr später am 11.10.2017 der damalige Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens im Beisein des Architekten Ernst Dossmann, Vertretern des Presbyteriums sowie der Unteren Denkmalbehörde die Denkmalplakette des Landes NRW an Pfarrer Tom Mindemann. Mit der Plakette würdigt die Denkmalpflege die im allgemeinen Interesse übernommenen Pflichten der evangelischen Kirche zur Erhaltung des Denkmals und damit zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Nordrhein-Westfalen.

 

Text_KHS

Die Denkmalplakette befindet sich rechts neben dem Haupteingang zur Kirche (Foto_KHS)

Foto privat_(v.l.n.r.): Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, Architekt Ernst Dossmann, Presbyter und Baukirchmeister Ulrich Hebbinghaus, Pfarrer Tom Mindemann, Michael Knaacks (Untere Denkmalbehörde)

Aus der Vogelperspektive ist sehr gut die Kreuzform der Kirche zu erkennen. (Foto_Jan Sternitzke)

Die Lichtgestaltung im Innenraum der Kirche (Foto_privat)


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