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„Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut“

Festlicher Gottesdienst und Empfang zum 65jährigen Bestehen der Johanneskirche am Nußberg am Sonntag, 09. November 2025

Am 6. November 1960 wurde die Johanneskirche am Nußberg eingeweiht. Aus diesem Anlass feierte die Gemeinde einen Festgottesdienst mit drei Pfarrern, vielen Gottesdienstbesuchern und festlicher Musik.

Nach dem feierlichen Einzug von Pfarrer Tom Mindemann, Pfarrer i. R. Werner Tiffert, Pfarrer i. R. Karl-Heinz Struve, die den Gottesdienst gemeinsam gestalteten, und den Presbyterinnen und Presbytern eröffnete Tom Mindemann den Gottesdienst mit einem Grußwort an die Gemeinde: „Kirche – nicht nur ein Haus - ein Ort zum Beten, manchmal zum Schweigen, auf jeden Fall zum Kraftsammeln, zum stillen Trocknen von Tränen – ein Ort, an dem Menschen sich zugehörig fühlen.“

Nicht nur ein Haus – es ist so viel mehr. Es ist auch ein Ort, an dem gesungen und aus vollem Herzen gejubelt wird, wie der Gerlingser Kirchenchor unter der Leitung von Hanno Kreft und mit Begleitung von Kirchenmusikerin Jana Ecker mit dem ersten Lied eindrucksvoll unterstrich. In das Loben stimmten die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen mit „Großer Gott, wir loben dich“ ein – ein echter Gänsehautmoment.

In der gehaltvollen Predigt erinnerte Werner Tiffert auch an die Menschen, die zu der Geschichte der Johanneskirche gehören, an die Menschen, die damals aus unterschiedlichen Ländern nach Iserlohn – zum Nußberg – kamen.

Wir erinnern uns an diesem Datum aber auch an all das Schwere und Traurige des 09.11.1938 und mit Staunen an das Positive des 09.11.1989 – unterschiedlicher können die Eindrücke, die mit diesem historischen Datum verbunden sind, nicht sein.

Zurück ins Jahr 1960. Werner Tiffert erzählte, dass damals hier am Nußberg die Ärmel hochgekrempelt wurden, und es wurde Integration und Nachbarschaftshilfe gelebt. In dieser Zeit wurde unsere wunderschöne Johanneskirche gebaut, deren erster Pfarrer Karl-Heinz Tiemann war. Der Architekt dieser mit kreuzförmigem Grundriss erbauten Kirche war Ernst Dossmann.

Die Johanneskirche weist einige künstlerische Besonderheiten auf. Zu bestaunen gibt es zum Beispiel die Pflanzen in den Natursteinplatten im Altarraum oder das Sgraffito über dem Haupteingang. Haben Sie diese schon entdeckt?

Durch die hohen Farbglasfenster strahlt Sonnenlicht in die Kirche und durchflutet diese. Ganz besonders schön ist das Geläut, das die Bronzeglocken erklingen lassen. Zahlreiche Spenden - wie zum Beispiel der Altar, die Altarleuchte, die Altardecke und die Bibel - zeigen, dass viele Menschen mitgeholfen haben, die Johanneskirche zu einem besonderen Ort zu machen – und wie wichtig ihnen diese Kirche war und ist. Und dann gibt es natürlich das große Holzkreuz über dem Altarraum. Es wurde bewusst in dieser Größe installiert; denn es soll gesehen werden und daran erinnern, was in Christus geschah: Auferstehung, Leben, Gehalten von Gott, Liebe.

Pfarrer Tiffert fragte in Anlehnung an den Predigttext aus der Offenbarung, wann wird es sein, dass Frieden kommt? Der Anfang ist in Jesus gemacht. „Wir dürfen schon jetzt sicher sein, dass Gott nicht den Herrschern diese Welt überlässt. Lasst uns Kirche hegen und pflegen. Lasst uns rausgehen und Menschen begeistern und Zufluchtsort sein. Lasst uns fest und treu im Glauben bleiben, bis wir bei Gott einziehen. Das wird ein Festgottesdienst.“

Während der Abendmahlsfeier vertiefte Hanno Kreft begleitet von Jana Ecker am Klavier das Gehörte mit dem gefühlvollen Sologesang „Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut.“

Bei dem anschließenden Empfang im Gemeindesaal, zu dem die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen eingeladen waren, begrüßte Presbyterin Angelika Goldbach die Anwesenden. Da vor fünf Jahren coronabedingt das 60jährige Kirchenjubiläum ausgefallen war, ist es umso schöner, in diesem Jahr das 65. Jubiläum feiern zu können. In ihrer Ansprache hob sie das lebendige Gemeindeleben hervor und dass Hilfe von vielen Menschen da ist, die mitanpacken.

Zum Kirchenjubiläum gab es eine Überraschung, für die Ute und Wilfried Diener mit der Übergabe eines besonderen Geschenkes gesorgt haben. Sie überreichten Pfarrer Tom Mindemann eine Faksimile-Ausgabe der Kupferbibel Biblia 1630, die im Original im Jahr 1630 in Straßburg erschien. Das Neue Testament – gedruckt in Frakturschrift – ist mit 77 kolorierten Kupferstichen illustriert. Diese Reproduktion der Kupferbibel stammt aus dem Nachlass von Frau Ingeborg Grüber

Ein großes DANKESCHÖN an alle, die dieses schöne Fest ermöglicht haben.

 

Fotos: Sabine Montenbruck

Im Gottesdienst (v.l.n.r.): Rolf Westhelle, Angelika Goldbach, Werner Tiffert, Karl-Heinz Struve, Tom Mindemann, Anja Riedel, Barbara Stalp, Sandra Kleine-Horst

Kirchenchor Gerlingsen mit Chorleiter Hanno Kreft (re) und Jana Ecker (li)

Presbyterin Angelika Goldbach bei der Begrüßung zum Empfang

Seiten aus der Bibel

Beim Empfang


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