Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich Frauen beim Weltgebetstag dafür, dass Mädchen und Frauen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können.
Der Gottesdienst zum diesjährigen Weltgebetstag am 6. März 2026 trägt den Titel „Kommt! Bringt eure Last.“ und wurde von Christinnen in Nigeria vorbereitet und in einem ökumenischen Gottesdienst auch hier bei uns in der Johanneskirche mit zahlreichen Christinnen und Christen gefeiert.
Berührend ? Bewegend ? Aber nicht verzweifelnd.
Diese Worte treffen auf die Lebensgeschichten der nigerianischen Frauen zu, die über die unterschiedlichen Lasten in ihrem Leben berichten: die Last der gesellschaftlichen Unterdrückung, die Last der religiösen Verfolgung, die Last von Armut und Verzweiflung.
Da ist zum Beispiel Jato, eine christliche Mutter, die im Norden Nigerias lebt und sich um ihre Tochter Amina sorgt. Ihre Tochter ist im gleichen Alter wie Leah, die aus ihrer Schule entführt wurde. Es ist nicht leicht mit dieser Angst zu leben. Die Mutter erinnert ihre Tochter jeden Tag, bevor sie zur Schule geht, an die Worte Jesu: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“
In weiteren Anspielen hörten wir die Lebensgeschichten von Beatrice und die von Blessing. Beatrice wurde im Alter von 28 Jahren Witwe und war plötzlich mit drei kleinen Kindern alleine. Sie verlor ihren Platz in der Gesellschaft. Die Schwierigkeiten waren erdrückend. Trotz der eigenen Nöte unterstützen sich die Witwen gegenseitig. Trost und Ermutigung finden Sie im Glauben. Es ist kein leichter Weg, aber durch den Glauben und die Gemeinschaft mit anderen Witwen finden sie die Kraft weiterzugehen. Jesus ist ihr Lastenträger.
Wir hörten von Blessing, die über Armut und deren Folgen, aber auch von Lichtblicken spricht. Die Menschen träumten von Fortschritt und mussten mit ansehen, wie Nigeria immer tiefer in Armut und Verzweiflung versank. Sie sagt: „Wir träumen weiter und arbeiten auf eine bessere Zukunft hin.“ Und sie beten weiter und glauben daran, dass der Glaube zum Licht am Ende des Tunnels führt. Wir wünschen es ihnen von ganzem Herzen.
Im Gottesdienst wurde verdeutlicht unter welcher Ungerechtigkeit und unter welchen Lasten die Mädchen und Frauen in Nigeria und auch in vielen anderen Ländern leiden. Aber es wurde auch deutlich, wie sehr die Frauen auf Gottes Treue vertrauen.
Während des Gottesdienstes wurden wir eingeladen über die Dinge nachzudenken, die uns belasten. Jeder Besucher/jede Besucherin hatte am Eingang einen Stein erhalten und konnte diesen nun vor dem Altar ablegen. Gott kennt unsere Sorgen, unsere Lasten – und wir dürfen sie immer wieder bei ihm abladen.
Zum Schluss wurde nochmal an das Motto des Weltgebetstags erinnert: „Informiert beten – betend handeln.“ Unsere Gebete sollen uns zum Handeln für die Veränderung der Welt führen.
Mit einem gemütlichen Kaffeetrinken und guten Gesprächen im Gemeindesaal endete der Nachmittag an diesem Weltgebetstag.


